
Futsal wurde in unserer Region seit voriger Saison zur Pflicht gemacht, es gibt sicher einige Befürworter, aber der große Teil ist extrem dagegen. So traten in diesem Jahr gleich 10 gemeldete Mannschaften nicht an, das hätte es beim Hallenfußball nie gegeben. Auch unser Verein stellt keine Futsal Mannschaft, aber wir müssen in unserer Sporthalle gleich 10 Turniere!! absichern. Das ist auch nicht einfach und wenn da Mannschaften einfach nicht erscheinen umso schlimmer. Dazu kommt noch, dass sich auch das Interesse der Zuschauer extrem in Grenzen hält. Grund ist hier die Attraktivität und die Regeln. 4 Schiris werden pro Spiel gebraucht. Zwei für das Spiel, einer schreibt die Fouls auf und einer passt auf ob die Wechselbank auch ja die Leibchen trägt. Nahezu lächerlich empfanden das einige Zuschauer. Ein Tor wurde nach der Schlusssirene erzielt und auch gegeben. Die Auskunft war „ Der Schiri entscheidet wann Schluss ist!“. Hallo ?? Wozu brauch in dann eine Zeitnahme mit Sirene?? Kurz und gut, wie man liest halte ich auch nichts davon. Einzig der Holtendorfer SV zeigte Fußball zum Anschauen in den fünf Turnieren die ich gesehen habe. Was waren das für Zeiten zur Jahrtausendwende, als die Jahnhalle mit 500 Zuschauern tobte und sich Germania, Deutsch Ossig, Rauschwalde und der SV Reichenbach Jahr für Jahr packende Duelle lieferten und dem SV Reichenbach nur durch fragwürdige Schiri Entscheidungen der Titel Hattrick verwehrt blieb. Schön war es als ein Spieler des SVR auch für die Rückrunde der Saison für draußen gleich mal für 6 Spiele gesperrt wurde, weil er dem Schiri sagte, was er von ihm hält…^^ Da war noch Stimmung. Aber nun ? Mehr wie 150 Zuschauer werden die Futsal Endrunde nicht sehen und die Emotionen steigen höchstens dann, wenn man ein 6 Meter Schießen hat und die Schützen von der Mittellinie Anlauf nehmen um dann einen Knochenharten Ball in Kopfhöhe des Torwarts zu dreschen. Soviel zum Thema „es gibt keine Verletzungen im Futsal“. Beim Hallenfußball lag der Strafstoß bei 9 Metern, mit einem Filzball und einem Schritt Anlauf. War natürlich viel gefährlicher für den Tormann ^^
Zum Schluss ein Internetblock und den sollte sich mal der Verband durchlesen!
Der Winter naht und somit auch die alljährliche Hallenfußballsaison. Seit Jahren sind Hallenkreis-, bezirks-, und Landesmeisterschaften ein Highlight und Zuschauermagnet für Fußballvereine und Fans. Während im Westen vorwiegend auf große Tore, mit Bande und normalem Fußball gespielt wird, bevorzugen Verbände im Osten teils gelbe, flauschige „Indoor“-Bälle, große Tore und keine Bande. Ungeachtet dieser Unterschiede steht im Vordergrund, die Fußball-Fähigkeiten auf das Hallenparkett zu übertragen. Parallel zu diesen deutschen Hallenfußballvarianten, entwickelte sich weltweit eine einheitliche Variante: Futsal. Die UEFA sieht Futsal sogar als eigenständige Disziplin (UEFA, 2006). Entsprechend der Etablierung als eigene Disziplin, entwickeln sich auch in Deutschland langsam eigene Futsal-Strukturen und Ligen (bisher Hamburg, Berlin, Mittelrhein, Niederrhein, Westfalen, Bayern, Baden, Hessen, NOVF).
Trotz dieser, aus Perspektive der Futsal-Vereine, erfreulichen Entwicklung, möchte der DFB mehr Druck auf die Etablierung und Anerkennung von Futsal in Deutschland ausüben. Ursache ist sicherlich die europaweite einmalige Stellung unter den Top-Fußball-Verbänden keine konkurrenzfähige Futsal-Nationalmannschaft zu stellen. Dies könnte ein Grund sein, warum nach und nach die deutschen Hallenfußballturniere auf Futsal-Regeln und Futsal-Spielwerk (Handball Tore, Futsal-Ball) umgestellt werden – verständlicher Weise unter Kritik der Fußballvereine. Da beide Seiten Extrempositionen vertreten, scheint sich die Lage zu verhärten. Eine differenzierte Betrachtung wird selten geboten, weshalb ich an dieser Stelle gerne versuchen möchte, Vor- und Nachteile sowie Lösungsansetze zu diskutieren.
Die Wunschliste
Beginnen wir mit den Befürwortern. Kaum Zweifel besteht, dass Futsal andere Techniken für Spieler und Torhüter vermittelt. Der Ball sorgt für eine bessere Ballkontrolle (Heim et al., 2007), aufgrund des engeren Spielraumes wird die Entscheidungsschnelligkeit geschult (Schomann, 2010) und es werden zusätzliche Techniken (Pike, Sohle, 1 vs. 1, Torwart-Reflexe) gefördert. Hinsichtlich des Vergleichs von Hallenfußball mit Bande und Futsal ist zudem von einer geringeren Verletzungswahrscheinlichkeit auszugehen. Der DFB möchte damit den Fußballvereinen nahelegen: hier können eure Spieler dazulernen. Für die Futsal-Clubs wird argumentiert, dass durch die flächendeckende Einführung mehr Spieler für Futsal begeistern werden könnten, folglich in reine Futsal-Mannschaft wechseln (oder parallel spielen) und somit das Futsal-Niveau in Deutschland gesteigert wird.
Das “Aber”
Was sich auf den ersten Blick nach einer „Win-Win“-Situation anhört, offenbart bei genaueren Überlegungen doch einige Schwachstellen. So wird grundlegend vergessen, dass nur das reine „Bereitstellen“ eines Futsal-Balls und die Nutzung von Handballtoren noch keine technische und taktische „Weiterbildung“ für Fußballer ermöglicht. Ohne spezifisches Futsal-Training werden Fußballspieler weder den Ball mit der Sohle annehmen, noch die Pike nutzen oder gar mit taktischen Raffinessen (Spielsysteme, Rotationen, Standards) experimentieren. Daher erscheint die Annahme, dass eine einfache Futsal-Verpflichtung spielerische Vorteile für die Fußballer bringt nicht haltbar, solange bei den Trainern kein Futsal-Wissen (was nicht verlangt werden kann) und somit keine Futsal-Trainings-Einheiten angeboten werden. Bezüglich des Arguments „geringere“ Verletzungsgefahr, wird selten erwähnt, dass Futsal gegenüber Hallenfußball mit Bande eine geringere Gefahr bietet, jedoch gegenüber Fußball keine Unterschiede nachgewiesen werden konnten (v. Hespen et al., 2011; Junge & Dvorak, 2010). So ist für Verbände die Hallenfußball ohne Bande austragen von keinen Unterschieden hinsichtlich der Verletzungsgefahr auszugehen. Auch das häufig angeführte „Grätschverbot“ existiert eigentlich nicht – nur die Grätsche in den Mann und von hinten ist verboten, aber dies ist im Fußball ähnlich.
Ist die Futsal-Verpflichtung wenigstens ein Schritt für den Futsal? NEIN. Zum einen ist nicht von einem Ansturm auf die Futsal-Vereine auszugehen, da es einen ganz klaren Vorteil im Fußball gibt: Geld! Der Futsal würde nicht von Quantität sondern nur von Qualität profitieren. 100 neue Vereine auf Kreisliga C-Niveau wären nicht effektiv. Ziel kann es daher nur sein, Spieler aus Bezirksliga oder höher in den Futsal zu „locken“. Solange jedoch im Futsal lediglich „Fahrtgeld“ (wenn überhaupt) gezahlt wird, ist auf längere Sicht nicht von einem Wechsel derartiger Spieler auszugehen. Selbst wenn Spieler aus höheren Fußball-Ligen den Weg in den Futsal finden, um parallel zu spielen, machen die Fußballvereine vermehrt (nachvollziehbarer Weise) Gebrauch von einem vertraglichen Sperrverbot. Hinsichtlich der bereiten Anerkennung der Disziplin Futsal erscheint es sogar kontraproduktiv, da durch einen Futsal-Zwang eher Vorurteile und Missachtung aufgebaut werden anstatt Respekt vor der Disziplin zu fördern.
Folglich sehe ich keinen Grund, warum Fußballern das beliebte Spiel mit Bande und großen Toren genommen werden sollte – weder aus Fußballer noch Futsaler Sicht. Es stellt sich somit die Frage, inwiefern der DFB und die Landesverbände einige der anvisierten Ziele umsetzen könnten, ohne jedoch eine der beiden Seiten zu „verärgern“. Hier einige Lösungsmöglichkeiten:
- Bereitstellung von Weiterbildungen
Um die spielerischen Vorteile des Futsal-Spiels auch den Fußballvereinen näherzubringen, müssen DFB und Landesverbände für die Vermittlung von Futsal-Spezifischen-Wissen beitragen. Dies kann entweder direkt durch das Angebot von Lehrgängen für Trainer erfolgen (welche jedoch unbedingt kostenlos bleiben müssen). Vorstellbar wäre jedoch auch die Vermittlung von Kontakten aus dem Futsal-Spielbetrieb. Futsal-Trainer sind sicherlich bereit Fußballvereinen und Trainern beim Futsal-training zu helfen und entsprechende Techniken und Taktiken näherzubringen. Um Fußballvereine zu Annahme derartiger Angebote zu bewegen, sollte auch vor Anreizen nicht zurückgeschreckt werden. Möglich wäre, dass sich Vereine von Pflichten befreien können (z.B. Schiedsrichterabstellung, Gebührenerlass), wenn Übungsleiter an Futsal-Seminaren des Verbandes teilnehmen.
- Separaten Wettbewerb veranstalten
Anstatt den Vereinen ihr Turnier zu nehmen und für die Teilnahme einer anderen Disziplin zu verpflichten, sollte versucht werden, Vereine „freiwillig“ zur Teilnahme an separaten Winter-Futsal-Turnieren zu bewegen. Dies erfordert jedoch entsprechende Anreize. Vorstellbar wäre die Ausrichtung einer Landesmeisterschaft im Futsal mit entsprechender Siegprämie, welche deutlich über Prämien der Hallenfußballer liegen sollte. Je nach Nachfrage, sollten dann Ausscheidungsturniere organisiert werden. Dies erfordert eine längere Planung als bei klassischen Hallenturnieren. Interessierte Fußballvereine sollten sich rechtzeitig melden, damit der Umfang von Ausscheidungsturnieren festgelegt werden kann. Den Titel „Landesmeister im Futsal“ trägt sicherlich jeder Verein gerne. Vorstellbar wären auch Erlassungen von Verpflichtungen wie im Lösungsvorschlag eins beschrieben.
- Abwarten
Eine Lösung ohne Kosten und Streit wäre einfach die Beibehaltung des Status Quo. Die neue Generation von Fußballtrainern kennt Futsal und wird zu gegebener Zeit selbständig ihren Spielern Futsal-Einheiten anbieten. Außerdem sollten Futsal-Vereine ohne Hindernisse zu Hallenmeisterschaften zugelassen werden, um so spielerisch für die eigene Disziplin zu werben. Spieler welche sich für Futsal interessieren finden von alleine den Weg in den Futsal und benötigen mit Sicherheit kein „Pflichtturnier“
Fazit
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Einführung eines verpflichtenden Wettbewerbs keine klare „Win-Win“-Situation ist. Die Vorteile des Futsal-Spieles liegen auf der Hand und bei richtiger Vermittlung sollten Fußballspieler auch für das Spiel auf dem Großfeld profitieren. Ohne eine entsprechende Vermittlung von Futsal-Kenntnisse werden die Turniere jedoch wohl eher Hallenfußball mit Futsal-Ball und Handballtoren, was kaum zu den erhofften Verbesserung der Fußballfähigkeiten führt. Ganz im Gegensatz: die Nutzung von großen Toren und einem richtigen Fußball wäre für das Fußballspiel zielführender, da Trainer die richtigen Techniken und Taktiken für die Halle vermitteln können, als „blind“ Futsal zu spielen. Aufgrund der Vorteile des Futsal-Spiels sollten Winter-Futsal-Turniere jedoch durchaus angeboten werden, jedoch auf Freiwilligkeit der Teilnahme setzen (unter Anwendung der entsprechenden finanziellen Anreize). Dann könnte es durchaus für beide Seiten eine „Win-Win“-Situation werden.
T.W.
Das diesjährige 13. Zipfelmützenturnier im Volleyball, ausgerichtet am Samstag den 20.12.2014 von der Abteilung Volleyball des SV Reichenbach, war in diesem Jahr wieder sehr gefragt bei den Freizeit-Mix-Mannschaften, in denen mindestens 2 Frauen oder Mädchen mitspielen mussten, sodass sich insgesamt 31 Mannschaften der Herausforderung stellten.